Einen Punkt setzen II

Ganz spontan fällt mir zu diesem Thema Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie ein, der gesagt hat: „Man muss sich nicht alles von sich selbst gefallen lassen“.

Ganz oft sind wir Getriebene und lassen uns unser Verhalten von Ängsten und Mustern diktieren.

Manfred, ein Freund von mir erzählte davon, wie er durch einen See schwamm. Alle Jahre wieder durchquerte er diesen See. Eine schöne Aufgabe, fast schon Routine. Und eines Tages war er mitten auf dem See, schaute nach vorne, schaute zurück und dachte daran, was denn jetzt wohl wäre, wenn er einen Krampf bekäme. Und schon fing das Herz an zu klopfen, die Atmung wurde schneller,die Wade krampfte, die Panikattacke nahte. Keine Luft, zielloses Strampeln. Das schaffe ich nie … ich werde jetzt untergehen.

Er ist Logotherapeut und kannte den Satz von Frankl und welche bessere Gelegenheit hätte es gegeben, als ihn auszuprobieren. „Nein, Manfred“, sagte er laut. „DAS lasse ich mir jetzt nicht von Dir gefallen“ …

Es ist schwierig, sich selbst, einen Punkt zu setzen. Sich zur Ordnung zu rufen, wenn es notwendig ist oder sich zu bremsen. Aber es lohnt sich, daran zu üben. Auch wenn an der Beherrschung des eigenen Geistes mal nicht das Leben hängt.

Natürlich hatte Manfred es geschafft, sich zu beruhigen und ist am anderen Ufer angekommen. Und sofort wieder zurück geschwommen. Training hilft.

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